Würmtaler Gedenkzug 2007

"Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau"

Charlotte Knobloch spricht zu den Bürgern

Am Sonntag, den 29. April 2007, veranstalteten wir zum zehnten Mal in zehn Jahren unseren Gedenkzug zur Erinnerung an den "Todesmarsch von Dachau". Wie schon am 1. Mai 1998 marschierten wieder Hunderte von Würmtaler Bürgern auf der historischen Strecke entlang der Würm - wie in der Nacht vom 26. zum 27. April 1945, als über 8000 Häftlinge aus den KZs von Dachau und Kaufering von SS-Wächtern durch die vier Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting getrieben wurden.

Am Rande dieses historischen Leidensweges errichteten die vier Würmtal-Gemeinden im Jahre 1989 eindrucksvolle Mahnmale zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches von Dachau. Nach dem Motto "Denkmale lebendig machen" marschieren die Teilnehmer des Gedenkzugs von Mahnmal zu Mahnmal. In kurzen Feiern gedenken wir dort der Opfer.

Hier die traditionellen Etappen und die Inhalte der Mahnmals-Feiern unseres Gedenkzugs 2007:

Lochham Pasinger Str. 94 (ProMarkt MediMax) 13.30 Uhr
Gräfelfing Mahnmal - Pasingerstraße am Friedhof 14.00 Uhr
Planegg Mahnmal - Pasinger-/Germeringer Str. 15.00 Uhr
Krailling Mahnmal - Gautinger Straße 15.45 Uhr
Stockdorf Baierplatz 16.15 Uhr
Gauting Mahnmal Pasingerstraße am Friedhof 16.45 Uhr
Rathausplatz - Ende gegen 17.45 Uhr
  • Vor jedem Mahnmal erwartete uns - feierlich mit Amtskette - der Bürgermeister bzw. in Gauting die Bürgermeisterin, um mit einer Begrüßungsrede das Engagement der Gemeinde für unser bürgerschaftliches Gedenken zu bekunden – in Gräfelfing Christoph Göbel, in Planegg Dieter Friedmann, in Krailling Dieter Hager und in Gauting Brigitte Servatius.
  • Dann ergriffen die Sprecher der Schülermitverwaltungen der drei Würmtal-Gymnasien das Wort, um aus ihrem Empfinden heraus der Opfer des Todesmarsches zu gedenken: in Gräfelfing Dominik Lindner vom Kurt-Huber-Gymnasium, in Planegg Marvin Lausmann vom Feodor-Lynen-Gymnasium, in Krailling Benjamin Schwarz vom Kurt-Huber-Gymnasium und in Gauting Simon Hennen vom Otto-von-Taube-Gymnasium.
  • Neu in unserem Programm: Kinder örtlicher Jugendmusikschulen von Gräfelfing, Planegg-Krailling und Gauting sangen Psalmen und biblische Klagelieder.
  • Am Ende dieser kurzen Gedenkfeiern wurden christliche und jüdische Totengebete gesprochen: von Pfarrer Dr. Günter Riedner von der evangelischen Christuskirche in Gauting, von Pastoralrefernt Dr. Florian Schuppe von der katholischen St.Elisabethkirche in Planegg und das Kaddisch von Karl Rom, Mitglied der Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/Kaufering des KZ Dachau.
  • Nach einer Gedenkminute zogen die jungen und älteren Bürger mit ihren Bürgermeistern, Lehrern und Pfarrern zum nächsten Mahnmal.

Als die Teilnehmer des Gedenkzugs 2007 das Gautinger Mahnmal neben dem jüdischen Friedhof erreichten, erlebten sie eine freudige Überraschung: Neben der Gautinger Bürgermeisterin Brigitte Servatius erwartete sie Frau Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde von München-Oberbayern und Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Wie schon zwei Tage zuvor bei der 10-Jahres-Feier im Gräfelfinger Bürgerhaus sprach Charlotte Knobloch auch vor dem Gautinger Mahnmal zu den Würmtaler Bürgern. Sie pries ihr Engagement für das Gedenken an die Opfer des jüdischen Volkes und alle anderen Opfern des Nazi-Regimes. Sie mahnte zur Wachsamkeit gegen Worte und Taten von Neonazis. Die Teilnehmer dankten der Zentralrats-Präsidentin mit herzlichem Beifall für ihr unerwartetes Erscheinen.

Wie bei allen bisherigen Gedenkzügen gaben Polizeibeamte von Planegg und Gauting unserem Zug über die Staatsstraße 2063 ein sicheres Geleit. Freiwillige des Malteser Hilfsdienstes wachten über unsere Gesundheit.