Gedenkzüge am 1./2. Mai 1999 von Dachau bis Waakirchen

Hinweise für die Organisation

Dieses Schreiben soll den Damen und Herrn, die diese Initiative in ihrem regionalen Bereich tatkräftig unterstützen wollen, Informationen über die Aufgaben geben, die für die Organisation der einzelnen Gedenkzüge übernommen werden müßten.

Diese Hinweise stützen sich auf die praktischen Erfahrungen, die im vergangenen Jahr bei dem Gedenkzug durch die Würmtal-Gemeinden gemacht wurden.

  1. Einzelstrecken
  2. Am 1. bzw. 2. Mai finden auf folgenden Strecken, die die KZ-Häftlinge von Dachau im April/Mai 1945 zurücklegen mußten, Gedenkzüge statt: Dachau-Pasing, Lochham-Gauting/Leutstetten, Starnberg-Wolfratshausen, Grünwald-Wolfratshausen, Wolfratshausen-Königsdorf/Unterbuchen, Unterbuchen-BadTölz-Reichersbeuern/ Waakirchen. Auch in Landsberg, Fürstenfeldbruck und Mühldorf sind Gedenkzüge geplant.

  3. "Denkmale lebendig machen"
  4. Die Gedenkzüge, die an den von Professor von Pilgrim geschaffenen Mahnmalen vorbeiführen, stehen unter dem Motto "Denkmale lebendig machen".

  5. Organisation durch Bürgerinitiativen
  6. Für jede Teilstrecke konstituieren sich mehrere Personen zu einer Bürgerinitiative, die die Organisation des Gedenkzuges in ihrem Bereich übernimmt.

  7. Teilstrecken und Treffpunkte
  8. Die örtlichen Organisatoren legen die Strecke des Gedenkzuges und die Treffpunkte in den einzelnen Gemeinden bzw. Stadtteilen fest (z.B. Dachau-Karlsfeld-Allach-Un-termenzing-Obermenzing-Pasing oder Starnberg-Percha-Berg-Aufkirchen-Dorfen-Wolfratshausen). Es ist deshalb zweckmäßig, die Strecke mit einem Kilometerzähler abzufahren und die einzelnen Teilstrecken von Treffpunkt zu Treffpunkt abzumessen. Damit können die Marschzeiten für die Teilstrecken geschätzt werden. So haben Sie die Möglichkeit, den Bürgerinnen und Bürgern, die später von ihren Gemeinden aus am Marsch teilnehmen, den wahrscheinlichen Ab- bzw. Weitermarsch anzuzeigen.

    Die Treffpunkte müssen nicht mit dem Ort der Denkmale übereinstimmen. Als Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde eignen sich der Ortseingang mit günstigen Parkmöglichkeiten. An den Denkmalen finden jedoch Gedenkminuten mit kurzen Ansprachen von Teilnehmern und Überlebenden des Todesmarsches statt.

  9. Genehmigungen und Kontrolle
  10. Der Gedenkzug muß bei den zuständigen Gebietskörperschaften (Landratsamt, Stadt München) angemeldet werden.

    Die zuständigen Polizeiinspektionen müssen verständigt werden. Sie geleiten den Gedenkzug und regeln den Verkehr in engen Straßenabschnitten.

    Für jeden Zug müssen mehrere Ordner (mit Armbinden) gewonnen werden (auch aus dem Kreis der Teilnehmer).

  11. Einladungen an Pfarrgemeinden, Schulen und Vereine
  12. Besonders wichtig in der vorbereitenden Phase ist der Kontakt mit Institutionen, deren Angehörige für die Teilnahme gewonnen werden sollen, vor allem Schulen und Pfarrgemeinden. Sie erwiesen sich beim Gedenkzug des letzten Jahres als besonders aktiv und kooperativ. Ihrer Teilnahme verdankten wir den Erfolg unserer Initiative.

    • Bei den Schulen empfiehlt es sich, die Schulleitung zu informieren und um Mithilfe zu bitten. Auch die Schülerselbstverwaltungen sollten direkt kontaktiert werden. Es wäre auch nützlich, in Erfahrung zu bringen, welche Lehrerinnen und Lehrer in den einzelnen Schulen durch den Unterricht von Geschichte, Religion oder Sozialkunde ein besonderes Interesse und Engagement für unsere Initiative besitzen. (Musterschreiben liegt vor.)
    • Alle evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden sollten schriftlich gebeten werden, unsere Initiative zu unterstützen, sei es durch Hinweise im Gottesdienst, sei es durch die regelmäßigen Publikationen der Pfarrei. Dabei sollte auf den überkonfessionellen und überparteilichen Charakter des Gedenkzuges hingewiesen werden. (Musterschreiben liegt vor.)
    • In einzelnen Gemeinden oder Städten wie z.B. in Dachau bestehen Vereine oder Institutionen, die durch ihr besonderes Engagement für eine besondere Einladung und für eine Teilnahme ihrer Mitglieder in Frage kommen. Hier nur eine Auswahl (in alphabetischer Reihenfolge):
    •    - Deutsch-Israelische Gesellschaft
         - DGB-Jugendsekretäre
         - Evangelisch-Lutherische Pfarreien 
         - Evangelische Kreisbildungswerke
         - Förderverein für internationale Jugendbegegnung 
         - Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
         - Israelitische Kultusgemeinde
         - Katholische Pfarreien
         - Katholische Kreisbildungswerke
         - Kreisjugendringe
         - Organisation der Sinti und Roma
         - Konsulate von Ländern besonderer Opfergruppen (z.B. Israel, Polen, Russland, Ukraine).
      
  13. Informationen an Bürgermeister
  14. Zu einem Zeitpunkt, den die örtlichen Organisatoren einschätzen und entscheiden müssen, sollten die Gebietskörperschaften (Gemeinden, Landkreis, Stadt München, Bezirksinspektionen) über den Gedenkzug informiert werden. Für Kontakte kommen die Bürgermeister und auch die Kulturämter in Frage. (Musterschreiben liegt vor.)

    Hierbei sollten mit viel Fingerspitzengefühl die politische Konstellation im Gemeinderat und die Stimmung in der Bevölkerung beachtet werden. Es gibt Gemeinden, die sich sehr aktiv, sogar finanziell beteiligen wollen. In anderen kann eher Zurückhaltung herrschen. Uns kommt es darauf an, daß möglichst viele Bürgerinnen und Bürger guten Willens teilnehmen. Niemand soll sich politisch, religiös oder weltanschaulich ausgeschlossen oder gar brüskiert fühlen.

  15. Gedenkzüge nur am Wochenende
  16. Die Todesmärsche von Dachau und Allach in Richtung Alpen fanden zwischen dem 26. April und dem 2. Mai 1945 statt. Wir müssen die Gedenkzüge auf Samstag oder Sonntag legen, um allen Auszubildenden, Schülern und Werktätigen die Teilnahme zu ermöglichen. Auch sind die Verkehrsverhältnisse am Wochenende günstiger.

    Bei der Festlegung der Termine für die einzelnen Gedenkzüge muß darauf geachtet werden, daß es keine oder möglichst geringe Terminüberschneidungen mit folgenden Veranstaltungen gibt:

     1. Sonntag nach dem 29.4.: Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Gottesdienste. 
     2. 1.Mai:                  Maifeiern der Gewerkschaften, Maibaum-Feiern von Gemeinden
    
  17. Presseinformation
  18. Wir wollen die Medien zentral und regional informieren, sobald sich die einzelnen Bürgerinitiativen in den regionalen Bereichen konstituiert haben, d.h. die Organisation für die Gesamtinitiative geschaffen ist. Dies dürfte Anfang März der Fall sein.

    Wir werden dann in München zunächst eine zentrale Pressekonferenz halten und anschließend für alle Regionalzeitungen bzw. -ausgaben (z.B. Dachau, Würmtal/Starnberg, Wolfratshausen, Bad Tölz, Landsberg, Fürstenfeldbruck, Mühldorf) getrennte Pressekonferenzen mit ausführlichen örtlichen Informationen abhalten.

  19. Beginn Ihrer Aktivität
  20. Sobald Sie sich als regionale Organisationsgruppe konstituiert haben, können Sie mit der vorbereitenden Arbeit beginnen und dabei über diese Anregungen hinausgehend in eigener Zuständigkeit Initiativen ergreifen, die Ihren örtlichen Verhältnissen und Ihren eigenen Überlegungen entsprechen. Für weitere Fragen oder zu einem einführenden Treffen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.