Gesamtkonzept für die Gedenkzüge am 1. und 2. Mai 1999 zur Erinnerung an die
Todesmärsche von Dachau

Dieser Planungsentwurf soll potentiellen Partnern und Mitorganisatoren dieser Initiative Denkanregungen und Vorinformationen zu folgenden Punkten geben:

  • Kurzinformation zu den Todesmärschen vom April/Mai 1945
  • Die Todesmarsch-Denkmale an der Strecke Dachau-Waakirchen
  • Information über den Gedenkzug vom 1. Mai 1998 durch Gemeinden des Würmtals
  • Wegstrecken für einen regional gestaffelten Gedenkzug zwischen Dachau und Waakirchen sowie an den Orten der ehemaligen Außenlager des KZ Dachau.
  • Organisatorisches (mögliche Organisationspartner, Teilnehmer, Schirmherren und Sponsoren)
  • Termine und Zeitpläne

1. Worum geht es? Die Todesmärsche vom KZ Dachau

Ende April 1945, als sich die amerikanischen Truppen Südbayern näherten, wurden die Außenlager zwischen Landsberg/Kaufering und Mühldorf des Konzentrationslager Dachau von der SS geräumt. Die Häftlinge wurden in Gewaltmärschen und durch Bahntransporte in Richtung Alpen getrieben bzw. verbracht. Ein großer Teil von ihnen hat diese letzte Etappe ihres Leidensweges nicht überlebt. Deshalb sind diese "Evakuierungsaktionen" in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als "Todesmärsche von Dachau" in die Geschichte eingegangen.

Unter den Angehörigen vieler Nationalitäten und Religionen wie zum Beispiel katholische und evangelischen Pfarrer aus Deutschland und Polen oder Zwangsarbeiter aus Rußland bildeten jüdische Menschen die weitaus größte Gruppe. Exemplarisch für diese Tragödie in unserer engeren Heimat war das Schicksal jüdischer Häftlinge aus Litauen. Sie wurden im Sommer 1944 aus den Arbeitslagern um Kowno und Wilna in den Raum Landsberg/ Kaufering verschleppt, wo das Nazi-Regime in der Schlußphase des Krieges - ähnlich wie bei Mühldorf - gewaltige Bunker als bombensichere Flugzeugfabriken bauen wollte. Dort waren diese Häftlinge als Sklavenarbeiter im Einsatz. Bei der Räumung wurden sie über Fürstenfeldbruck erst nach Dachau gebracht und von dort durch das Würmtal, über Percha bei Starnberg, Wolfratshausen, Beuerberg, Königsdorf und Bad Tölz bis Reichersbeuern/ Waakirchen getrieben. Dort starben in der Nacht vom 1. zum 2. Mai bei der letzten Rast noch viele Häftlinge an Erschöpfung und Erfrierung - wenige Stunden vor der Befreiung durch die nachrückenden amerikanischen Truppen am folgenden Morgen.

Andere Häftlingsmärsche endeten in Dürnbach und Kreuth am Tegernsee, Bahntransporte in Mittenwald, Seeshaupt und Tutzing am Starnberger See.

2. Vorbilder der Erinnerung: Die Mahnmale am Leidensweg

Zur Erinnerung an diesen Leidensweg von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hat die Gemeinde Gauting durch die Initiative von Bürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch im Jahre 1989 am Ortseingang, gleich neben dem jüdischen Friedhof, ein eindrucksvolles Denkmal aufgestellt, das von Professor Hubertus von Pilgrim gestaltet wurde. Die Würmtal-Gemeinden Gräfelfing, Planegg und Krailling folgten als erste diesem vorbildlichen Beispiel, später dann die Münchner Stadtteile Allach, Obermenzing und Pasing sowie die Oberland-Gemeinden Aufkirchen, Dorfen, Wolfratshausen, Geretsried, Eurasburg, Königsdorf, Bad Tölz und Reichersbeuern/ Waakirchen. Denkmäler, die von anderen Künstlern gestaltet wurden, errichteten die Stadt Starnberg und die Gemeinde Seeshaupt.

Der Leidensweg der Häftlinge ist nicht nur auf dieser "Hauptstrecke" von Allach bis zum Ort der Befreiung von Mahnmalen gesäumt, sondern auch in Landsberg, Fürstenfeldbruck und in Grünwald, über das ein weiterer Marschweg führte.

Im November 1992 wurde auch in der Holokaust-Gedenkstätte Jad Waschem bei Jerusalem unter Teilnahme der Bürgermeister der Würmtal-Gemeinden, des Landrats von München und der Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau eines der von Professor von Pilgrim gestalteten Denkmale unter Beteiligung vieler Überlebender der Todesmärsche von Dachau feierlich aufgestellt.

Im Mai 1995, anläßlich des 50. Jahrestags ihrer Befreiung, kamen zahlreiche Teilnehmer dieser Todesmärsche mit ihren Kindern und Enkeln aus Israel und den USA nach Gauting und besuchten auch in den anderen genannten Gemeinden die Stätten ihres Leidens und die ihnen gewidmeten Denkmale. Im Wald zwischen Reichersbeuern und Waakirchen, dem Ort ihrer Befreiung, sprachen sie das jüdische Totengebiet Kaddisch.

Uri Chanoch, Sprecher der ehemaligen Häftlinge der Arbeitslager Landsberg/Kaufering, sowie Aba Naor und Zwi Katz, die am Gedenkzug im Mai 1998 teilnahmen (s.u.), teilten uns mit, daß sie gerne wiederkommen würden, um zusammen mit gutwilligen Deutschen an ihre leidvolle Vergangenheit zu erinnern.

3."Die Denkmäler lebendig machen": Der Gedenkzug durch Gemeinden des Würmtals am 1.5.1998

Diese Aktion im letzten Jahr soll ausführlich geschildert werden, weil sie für die geplante umfangreichere Initiative konkrete Erfahrungen für Gestaltung und Organisation liefert.

Am 1. Mai 1998 organisierte eine Würmtaler Bürgerinitiative "Erinnerung an den `Todesmarsch von Dachau´" einen Gedächtnismarsch von Lochham bis Gauting, entlang der Strecke des Häftlingszugs vom 28. April 1945. An den Mahnmalen in Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting wurden Gedenkminuten eingelegt. Schüler der Würmtal-Gymnasien trugen Texte vor, Überlebende des Todesmarsches sprachen Worte des Dankes.

Der Gedenkzug war von den Initiatoren als überparteiliche und überkonfessionelle Veranstaltung geplant und öffentlich angekündigt worden. Alle Bürgermeister, Pfarreien und Gymnasien der Würmtal-Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting wurden zur Mitwirkung eingeladen. Während alle Pfarrer und viele Lehrer für den Gedenkzug warben und auch an ihm teilnahmen, versagten die Bürgermeister mit Ausnahme von Herrn Dr. Knobloch aus unbekannten Gründen ihre Mithilfe. Trotzdem nahm eine eindrucksvolle Zahl von Bürgerinnen und Bürgern an den verschiedenen Marschetappen teil. Der Gautinger Bürgermeister meinte, durch diesen Gedenkzug würden die Denkmäler "lebendig werden".

Unter den Teilnehmern waren Angehörige vieler evangelischer und katholischer Kirchengemeinden, Gemeinderäte mehrerer Parteien und Bürgergruppen. Besonders erfreulich war die zahlreiche Teilnahme von Schülerinnen und Schülern der Würmtal-Gymnasien, die zusammen mit drei Überlebenden des Todesmarsches, Aba Naor, Max Mannheimer und Zwi Katz, den Gedenkzug anführten.

Die Streckenführung und die Treffpunkte in den einzelnen Gemeinden waren durch die Presse und örtliche Informationsblätter angekündigt worden.

Ein Pendelbus brachte die Teilnehmer der einzelnen Etappen an ihren Ausgangspunkt (Parkplatz!) zurück.

Der Gedenkzug wurde beim Landratsamt ordnungsgemäß angemeldet. Die Polizeireviere von Planegg und Starnberg sorgten auf hervorragende Weise für eine Absicherung des Zuges und eine möglichst reibungslose Lenkung des Durchgangsverkehrs.

Die großen Zeitungen SZ und MM berichteten in ihren Regionalausgaben sehr ausführlich in Wort und Bild (Aufmacher!). Auch im Jahresrückblick (Sylvester ’98) wurde in der SZ noch einmal ein herausragender Stelle auf diese Bürgerveranstaltung hingewiesen.

4. Gedenkmärsche 1999 von Dachau bis Waakirchen

Der Erfolg des örtlich begrenzten Gedenkzuges des letzten Jahres veranlaßte die damaligen Veranstalter und Gleichgesinnte aus anderen Regionen sowie den Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie", diese Initiative für Gedenkzüge auf allen Strecken der Todesmärsche von Dachau zu ergreifen.

Die gesamte Wegstrecke, die die Häftlinge in vier Tagen zurücklegten, muß aus organisatorischen, physischen und zeitlichen Gründen in mehrere Einzelstaffeln aufgeteilt werden.

  1. Strecke Dachau bis Pasing
  2. Die erste Staffel könnte von der KZ-Gedenkstätte Dachau über Karlsfeld, Allach (Denkmal), Unter- und Obermenzing (Denkmal) bis Pasing (Denkmal) marschieren. Dieser Gedenkzug sollte nach Möglichkeit über die Straßen des Todesmarsches von 1945 führen; dies muß jedoch mit der zuständigen Polizeibehörde geklärt werden.

    Diese Strecke ist etwa 16 Kilometer lang. Bei einer Marschgeschwindigkeit von vier Kilometern pro Stunde und einer Stunde für Gedenkminuten würde diese Staffel des Gedenkzuges etwa fünf Stunden dauern.

    Bei der Festlegung der Abmarschzeit von der KZ Gedenkstätte Dachau muß darauf geachtet werden, daß keine Überschneidung mit der dortigen Befreiungsfeier stattfindet.

    Ähnlich dem Gedenkzug durch das Würmtal könnten einzelne Teilnehmer auch hier (und den folgenden Staffeln) nur auf einem Teil der Strecke mitmarschieren: etwa von Dachau bis Allach, von Karlsfeld bis Untermenzing, von Menzing bis Pasing. Es wären sozusagen Staffeln in der Staffel. Dafür müßten für die einzelnen Orte Treffpunkte und Abmarschzeiten bekanntgemacht werden.

  3. Strecke Würmtal-Gemeinden
  4. Die zweite Staffel führt - wie am 1. Mai letzten Jahres - von Lochham über Gräfelfing, Planegg, Krailling, Stockdorf bis Gauting. Bei günstigen Bedingungen könnte diese Etappe erst in Leutstetten enden, wo die Häftlinge am 28. April 1945 die erste Rast einlegen mußten.

  5. Strecken Starnberg bis Wolfratshausen und Grünwald bis Wolfratshausen
  6. Die dritte Staffel könnte nördlich von Starnberg am Todesmarsch-Mahnmal beginnen und dann über Percha, Aufkirchen (Denkmal) und Dorfen (Denkmal) bis Wolfratshausen (Denkmal) führen. Diese Strecke ist etwa 20 Kilometer lang. Der Gedenkzug würde also etwa sechs Stunden dauern. (Die Häftlinge marschierten 1945 bis Achmühle/Bolzwang südlich von Wolfratshausen.)

    Nach Wolfratshausen planen wir noch einen zweiten Gedenkzug; denn im April 1945 wurden auch Häftlinge aus dem Bereich München über Grünwald nach Wolfratshausen getrieben. Herr Holthaus hat diese Marschkolonne als Jugendlicher beobachtet und Häftlingen Brot gegeben.

  7. Strecke Wolfratshausen bis Königsdorf (oder Unterbuchen)
  8. Zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz gab es im April/Mai 1945 mindestens zwei Wegstrecken.. Es bietet sich deshalb ein teilweise gesplitteter Marsch an: von Wolfratshausen über Eurasburg (Denkmal ), Beuerberg bis Königsdorf (Denkmal); von Wolfratshausen über Geretsried (Denkmal) nach Königsdorf. Die Gesamtstrecke ist so lang, daß sie möglicherweise - wie in der Überschrift angegeben - verkürzt werden müßte.

    Die Häftlinge machten im Mai 1945 bei Achmühle/Bolzwang (zwischen Eurasburg und Beuerberg) die zweite und in der "Teufelsschlucht" bei Unterbuchen vor Bad Tölz die dritte Rast. Deshalb könnte diese vierte Staffel mit den Teilnehmern aus Königsdorf in Unterbuchen enden.

    Die Länge der Einzelstrecken müßte noch ermittelt werden.

  9. Strecke Bad-Tölz (oder Unterbuchen) bis Reichersbeuern/Waakirchen
  10. Die Befreiung der uns bekannten Häftlingsgruppe fand in einem Wäldchen zwischen den Dörfern Reichersbeuern und Waakirchen (Denkmal) statt. Da der Weg von Bad Tölz (Denkmal) bis hierhin ziemlich kurz ist, könnte diese Staffel in Unterbuchen beginnen.

    Auch hier müßten die Einzelstrecken noch ermittelt werden.

    Die gesamte Veranstaltung aller Gedenkmärsche könnte am Ort der Befreiung zwischen Reichersbeuern und Waakirchen durch ein Totengebet der teilnehmenden Überlebenden des Todesmarsches feierlich abgeschlossen werden.

5. Teilnehmer, Organisatoren, Schirmherren und Sponsoren?

Die zahlreichen Organisationsprobleme und die Ortskenntnisse, die ein regional und zeitlich gestaffelter Gedenkmarsch von Dachau bis Waakirchen erfordert, werfen selbstverständlich viel mehr planerische Fragen auf als der Gedenkzug durch das Würmtal im Mai 1998. Diese konkreten Punkte müssen mit Kennern der örtlichen Verhältnisse erarbeitet werden.

a. Organisation

In den Würmtal-Gemeinden hatten wir es mit einer sehr homogenen Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur zu tun. Bei allen anderen Staffeln von Dachau bis Waakirchen, von Grünwald bis Wolfratshausen sowie in Landsberg, Fürstenfeldbruck und Mühldorf ist dies komplizierter. Deshalb muß nicht nur für jede dieser Einzelstrecken eine kleine Gruppe von Organisatoren gefunden werden. Zweckmäßig wäre es, auch für einzelne Streckenabschnitte Verantwortliche mit Ortskenntnis (etwa Dachau - Allach/Menzing - Pasing oder Wolfratshausen - Beuerberg - Königsdorf) zu gewinnen.

Die Organisatoren der einzelnen Etappen müssen die Wegstrecken, Treffpunkte und -zeiten festlegen, den Gedenkzug bei Behörden (Landratsamt, Polizei) anmelden und mit ihnen koordinieren sowie potentielle Partner wie Pfarreien, Schulen und Vereine anschreiben, um durch deren Mithilfe Teilnehmer zu werben.

b. Teilnehmer

Grundsätzlich sollen alle Bürgerinnen und Bürger guten Willens durch eine ausführliche Ankündigung in den Medien zur Teilnahme eingeladen werden.

Ganz besonders muß die Jugend gewonnen werden, damit an sie von den Älteren der "Stab des Erinnerns" wie in einer "Staffel der Generationen" weitergegeben werden kann. Deshalb ist es notwendig, ihre aktive Mitwirkung durch Kontakte mit einzelnen Schulen, d.h. mit Rektorinnen und Rektoren, einzelnen Lehrerinnen und Lehrern und vor allem mit den Organen der Schülermitverantwortung zu erbitten. Lehrpersonen aus den Bereichen Geschichte oder Sozialkunde können ihre Schülerinnen und Schüler sogar vorweg durch entsprechende Unterrichtseinheiten vorbereiten und motivieren. Daran könnten Überlebende, die zu Besuch kommen, teilnehmen (s.u.).

Auch Pfarrer evangelischer und katholischer Gemeinden sowie Rabbiner sollten gebeten werden, ihre Gläubigen auf den Gedenkzug aufmerksam zu machen und selbst teilzunehmen.

Alle Gebietskörperschaften, d.h. Landräte, Bürgermeister und Gemeinderäte der betroffenen Städte und Gemeinden sollten benachrichtigt werden. Sie können auf den Gedenkzug durch ihr Gemeindegebiet aufmerksam machen oder im Rahmen ihrer Parteien oder Bürgergruppen für die Teilnahme an dieser überkonfessionellen und überparteilichen Veranstaltung werben.

Es ist von den regional Verantwortlichen von Ort zu Ort zu prüfen, welche Vereine, Institutionen oder Organisationen gebeten werden sollten, an der Organisation mitzuwirken oder in ihrem Mitgliederkreis für eine Teilnahme zu werben.

c. Schirmherren und Sponsoren

Die regionale und moralisch-politische Bedeutung eines so umfassenden Gedenkzugs legt es nahe, auch überregionale und staatliche Institutionen um eine moralische oder sogar materielle Unterstützung dieser groß angelegten und nicht billigen Bürgeraktion zu bitten. Folgende Schirmherren oder Sponsoren kämen hierfür in Betracht:

  • Der diese Initiative mittragende Verein "Gegen Vergessen - für Demokratie", vertreten durch seinen Vorsitzenden, den ehemaligen Bundesminister Dr. Hans Jochen Vogel;
  • Die Landeszentrale für politische Bildung, vertreten durch den Kulturminister, Dr. Hans Zehetmair;
  • Das für Schulen verantwortliche Ministerium, vertreten durch Frau Staatsminister Monika Hohlmeier
  • Man könnte an den Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern appellieren, für den gesamten Gedenkzug die Schirmherrschaft - möglicherweise zusammen mit Dr. Vogel - zu übernehmen. Herr Dr. Edmund Stoiber ist Bürger der Stadt Wolfratshausen, die sozusagen den geographischen Mittelpunkt der gesamten Gedenkveranstaltung bildet.
  • Falls es gelingt, drei prominente Schirmherren zu gewinnen, könnten diese zu Beginn der Gesamtveranstaltung in Dachau, in der Mitte (Wolfratshausen) und am Ende der Gedenkzüge in Bad Tölz oder Reichersbeuern/Waakirchen würdigende Ansprachen halten, die dann auch über die Medien ein weites Echo dieser Initiative einzelner Bürgerinnen und Bürger erbringen würden.
  • Neben dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" sollten alle Institutionen und Organisationen eingeladen werden, die sich auf ihre besondere Weise um die moralische Bewältigung dieses dunklen Kapitels der deutschen Geschichte kümmern, wie zum Beispiel (in alphabetischer Reihenfolge):
  •      - Deutsch-Israelische Gesellschaft,
         - Evangelische Kreisbildungswerke,
         - Förderverein für internationalen Jugendaustausch,
         - Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit,
         - Israelitische Kultusgemeinde,
         - Katholische Kreisbildungswerke,
         - Kreisjugendringe,
         - KZ-Gedenkstätte Dachau,
         - Lagergemeinschaft Dachau,
         - Organisation der Sinti und Roma,
         - Polnische, Russische und Ukrainische Botschaften bzw. Konsulate, 
         - Zentralrat der Juden in Deutschland
    
  • Das Bayerische Fernsehen könnte für die Produktion eines umfassenden Filmberichts gewonnen werden. Dies geschah auch im Mai 1998.

d. Parallel-Veranstaltungen

Unmittelbar vor den Gedenkzügen könnten nicht nur Lehrer und Lehrerinnen mit ihren Schülern einführende Vorträge und Diskussionen halten; auch Überlebende, die zu Besuch kommen, könnten in den Schulen über ihre Erlebnisse authentisch berichten. So geschah es im April 1998 in Gräfelfing. Dort hielt Zwi Katz eine eindrucksvolle Rede. Im Bürgerhaus Gräfelfing wurde am Vorabend des Gedenkzuges eine öffentliche Veranstaltung organisiert, auf der ebenfalls Zwi Katz sprach und die BR-Dokumentation "Todesmarsch von Dachau" gezeigt wurde. Ähnliche Informationsveranstaltungen könnten vor den Gedenkzügen vom 1./2. Mai 1999 in mehreren Orten organisiert werden.

6. Termine und Zeitpläne

Unter zeitlichen Aspekten sind zwei getrennte Fragen zu klären:

a. Termin der Gesamtveranstaltung

Der Todesmarsch von Dachau dauerte vom 28. April bis zum 2. Mai. Die einzelnen Gedenkzüge könnten also - sozusagen parallel zum geschichtlichen Ereignis - an diesen fünf Tagen nacheinander stattfinden. Dagegen sind jedoch zwei sehr erhebliche organisatorische Einwände zu machen:

  • Drei dieser fünf Termine fallen auf Werktage, so daß Schüler und Arbeitnehmer verhindert wären.
  • Aus denselben Gründen würde auch die Regelung des Verkehrs bei den meisten Strecken große Schwierigkeiten machen.

Der 1. und der 2. Mai fallen auf Samstag (Maifeiertag!) und Sonntag. Sie bieten sich deshalb für die Veranstaltung an, wobei die einzelnen Märsche nach einem vernünftigen Schlüssel auf diese beiden Tage oder alle auf denselben Tag gelegt werden können. Diese Frage müßte unter den Aspekten von Organisation, Verkehrsbeeinträchtigung und Medienwirkung geprüft und entschieden werden.

Der Beginn der einzelnen Gedenkzüge müßte zeitlich so gelegt werden, daß es nicht zu Überschneidungen mit Maifeiern und Gottesdiensten kommt. Auch auf die Befreiungsfeier in Dachau muß - wie schon erwähnt - geachtet werden.

Auch die aus Israel und den USA anreisenden ehemaligen Häftlinge sollten gefragt werden, ob sie an zwei verschiedenen Orten und zwei verschiedenen Tagen (etwa Dachau und erste Etappe, letzte Etappe und Totengebet am Ort der Befreiung) teilnehmen wollen. Dann böte sich z.B. ein erster Tag mit Dachau bis Wolfratshausen an, ein zweiter Tag mit Wolftratshausen bis Waakirchen.

Es sollte versucht werden, daß für jede Staffel Überlebende des Todesmarsches gewonnen werden.

b. Zeitpläne für Einzelstaffeln.

Für jede der einzelnen Etappen müßten die Gesamt- und Teilstrecken genau abgemessen und die Treffpunkte in den einzelnen Orten entsprechend festgelegt werden, damit sich die später am Zug teilnehmenden Bürger orientieren können. (Vgl. dazu den Zeitplan des Würmtal-Marsches vom 1.5.1998).

Diese Fragen müssen über die hier gegebenen Anregungen hinaus jeweils von den örtlich kundigen Organisatoren geklärt werden.

6. Weiteres Vorgehen?

Jetzt müssen zunächst für alle Staffeln Verantwortliche gefunden und dann von diesen die Organisation der einzelnen Märsche geplant und durchgeführt werden.

Dieser Entwurf ist vorerst nur eine Planungsgrundlage für die Zusammenarbeit der Organisatoren und noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die Sprecher der Initiative werden nach Rücksprache und Beratung mit einigen wichtigen Partnern am 28. Januar über Inhalt und Form einer Information der Öffentlichkeit und der Medien beraten und entscheiden.

Sprecher der Bürgerinitiative:

  • Ernst Holthaus, Hugo-Junkers-Str. 3, 82031 Grünwald, Tel. 08171-43850 Fax 08171-438525
  • Dr. Friedrich Schreiber, Ulmenstraße 2, 82166 Lochham, Tel. 089-853391 Fax 089-89809481
  • Elisabeth Voigt, Sachsenkamer Straße 31, 83677 Greiling, Tel+Fax 08041-72219