Für die Gedenkzüge von Grünwald über Wolfratshausen und Bad Tölz nach Waakirchen praktizierte die "Südgruppe" unserer gemeinsamen Initiative am Sonntag, den 2. Mai ein anderes Organisationsmodell. Ernst Holhaus veranstaltete mit drei Gruppen Gedenkminuten an den folgenden Mahnmalen, einen kurzen Gedenkzug in Richtung Alpen und dann Busfahrt nach Bad Tölz.
- Grünwald: vom Mahnmal in Richtung Geretsried und Bad Tölz
- Geretsried: vom Mahnmal in Richtung Königsdorf und Bad Tölz
- Wolfratshausen: vom Mahnmal zum Mahnmal Achmühle (Eurasburg) und in Richtung Bad Tölz
In Bad Tölz vereinigten sich alle Busfahrer aus den oben genannten Gedenkveranstaltungen mit Gästen von der Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Dachau und mit Menschen aus dem Tölzer Land zu einem imposanten Gedenkzug von etwa 450 Teilnehmern. Er zog vom Mahnmal in Bad Tölz bis zum Mahnmal zwischen den Gemeinden Reichersbeuern und Waakirchen. Elisabeth Voigt leitete diesen abschließenden Gedenkzug. Viele Überlebende, die am 2. Mai 1945 hier befreit wurden, waren mit ihren Kindern und Enkeln unsere Gäste.
Folgende Unterlagen dokumentieren diese Gedenkzüge:
- Plakat, Presseausschnitte und Organisationsplan
- Die drei Initiatoren und Organisatoren der zehn Gedenkzüge posieren mit ihrem Plakat für die Presse: In der Mitte Elisabeth Voigt, Lehrerin an der Fachoberschule in Bad Tölz, rechts Otto-Ernst Holthaus, Kaufmann in Wolfratshausen, links Friedrich Schreiber, Journalist und ehemaliger Nahost-Korrespondent der ARD. Anlass war eine Pressekonferenz in Bad Tölz.
- Gedenkzug vom Mahnmal in Wolfratshausen zum Mahnmal in Eurasburg. Lisabeth Voigt und Friedrich Schreiber führen ihn an.
- Elisabeth Voigt in Wolfratshausen.
- Start des Gedenkzuges vom Mahnmal in Bad Tölz zum Mahnmal in Waakirchen, dem Ort der Befreiung vieler Überlebender. Erkennbar Otto-Ernst Holthaus, Elisabeth Voigt (konzentriert nach untern blickend), Frau Marie-Luise Schulze-Jahn, Überlebende der "Weißen Rose", der Oberbürgermeister von Bad Tölz.
- Marsch durch Bad Tölz.
- Marsch durch Bad Tölz
- Zwi Katz und Menachem Waksberg in Bad Tölz, zwei Kameraden in den Lagern von Kaufering, die den Todesmarsch wenige Kilometer von hier überlebten.
- Zwi Katz begleitet von Korvettenkapitän Fritz-Walter Odinius, der in der Kauferinger Welfen-Kaserne und im "Moll-Bunker", an dem Zwi mitgebaut hat, laufend Gedenkveranstaltungen für Soldaten und Bürger aus Landsberg und Kaufering organisiert.
- Im Nachbardorf Greiling der Überlebende Mordechai Heinovits, der mit seiner Frau, einem Sohn und einer Tochter und vier Enkeln zu dieser Gedenkfeier gekommen ist. Neben ihm Elisabeth Voigt und Friedrich Schreiber begleiten diesen leider im Jahre 2005 verstorbenen Liebling der Würmtaler Bürgerinitiative
- Zwi, Odinius Waksmann und – dahinter Mordechai – haben Reichersbeuern erreicht, das letzte Dorf vor der Befreiung.
- Die vielen Teilnehmer des Gedenkzuges haben sich vor dem Gemischtwarenladen von Friedel Kunstwald versammelt. Das hat seinen Grund.
- Friedel Kunstwald hat 1945 als Kind Häftlingen geholfen. Später hat er über Zwi Katz wichtige weichen gestellt.
- Die Teilnehmer hören die Geschichte von Kunstwalds Treffen mit Zwi und Kunstwalds Kontakt zum Gautinger Bürgermeister, dem Initiator der Mahnmale
- Uri chanoch und Rabbiner Langnas aus München sprechen vor dem letzten Mahnmal, dem Ort der Befreiung, das Totengebet für die Opfer des Todesmarsches., der hier für sie endete.
- Die Gedenkzüge sind überkonfessionell. Dekan Rupert Franja spricht ein katholisches gebet des Todengedenkens. Auch Abba Naor wurde hier befreit.
- Eine Szene, die alle Teilnehmer, gleich welchen Glaubens und welcher Nationalität und welchen Alters tief bewegte. Dana Havkin, eine Enkelin von Abba Naor, beglückwünscht ihn zu seinem dreifachen Überleben: "Großvater, Du hast Hitler besiegt. Durch Dich ist meine Mutter geboren. Und durch sie bin ich geboren. Großvater, wir verdanke Deinem Überleben unser Leben. Großvater, wir lieben Dich."
- Uri und Abba, Ernst und Friedrich: zwei Überlebende, zwei die ihrer gedenken.
- Müde am Ende von vielen Märschen in zwei Tagen, aber glücklich am Ort der Befreiung: der Pfarrer, Uri, Chaim Konwitz, Menachem, der Rabbiner, Ernst und Helga König, die den Gedenkzug von Dachau nach München-Pasing organisiert hatte.
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